Ich fühle mich einfach nur noch überfordert – was kann ich tun?

Uta Meiburg-Trautmann • 30. Juli 2026

Ich fühle mich einfach nur noch überfordert – was kann ich tun?

Wenn alles zu viel wird oder warum Überforderung kein Zeichen von Schwäche ist

Wie du Schritt für Schritt wieder zu mehr Ruhe und Klarheit findest.

Kennst du dieses Gefühl?

Der Tag hat noch gar nicht richtig begonnen und trotzdem bist du innerlich schon mittendrin. Noch bevor du aufstehst, gehen deine Gedanken die Aufgaben des Tages durch. Im Beruf wartet das nächste Meeting, dein Postfach ist voll, zu Hause gibt es Verpflichtungen und irgendwo dazwischen möchtest du auch noch für deine Familie, deinen Partner oder deine Freunde da sein.

Du funktionierst.

Nach außen wirkst du vielleicht sogar organisiert und belastbar. Menschen sagen Sätze wie: „Du hast doch alles im Griff.“

Doch innerlich fühlt es sich ganz anders an.

Dein Kopf kommt nicht mehr zur Ruhe. Du springst gedanklich von einer Aufgabe zur nächsten. Selbst wenn du abends endlich auf dem Sofa sitzt, gelingt es dir nicht, wirklich abzuschalten. Stattdessen denkst du darüber nach, was heute liegen geblieben ist, was morgen auf dich wartet oder ob du wieder einmal nicht genug geschafft hast.

Vielleicht erkennst du dich in einigen dieser Gedanken wieder:

„Ich weiß gar nicht mehr, wo ich anfangen soll.“

„Ich funktioniere nur noch.“

„Früher habe ich das alles viel besser geschafft.“

„Warum wird mir plötzlich alles zu viel?“

Wenn es dir so geht, möchte ich dir zuerst etwas Wichtiges sagen:

Du bist nicht allein.

In meinen Coachings begegnen mir regelmäßig Menschen, die genau diese Gedanken beschäftigen. Viele von ihnen tragen große Verantwortung – im Beruf, in der Familie oder in ihrer Partnerschaft. Von außen wirken sie souverän. Doch innerlich fühlen sie sich erschöpft, angespannt und zunehmend von ihrem eigenen Alltag überrollt.

Das Entscheidende dabei ist:

Mit dir ist nichts falsch.

Dass du dich überfordert fühlst, ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist vielmehr ein wichtiges Signal deines Körpers und deiner Psyche. Ein Signal, das dir zeigen möchte, dass die Anforderungen in deinem Leben im Moment größer geworden sind als die Kraftquellen, aus denen du schöpfen kannst.

Genau dieses Signal möchte ich gemeinsam mit dir besser verstehen.

Denn wenn du weißt, warum sich Überforderung entwickelt und was dabei in deinem Körper und deinem Gehirn passiert, kannst du beginnen, wieder bewusste Entscheidungen zu treffen. Nicht gegen dich – sondern für dich.

Dieser Artikel soll dir dabei helfen.

Nicht mit schnellen Durchhalteparolen oder zehn Tipps, die du ohnehin schon kennst. Sondern mit einem besseren Verständnis dafür, warum sich dein Leben gerade so anfühlt und welche ersten Schritte wirklich helfen können.


Warum sich gerade alles zu viel anfühlt

Vielleicht fragst du dich, warum gerade jetzt alles aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Schließlich hast du auch früher stressige Phasen gemeistert. Du hast Herausforderungen bewältigt, Verantwortung übernommen und schwierige Situationen überstanden.

Warum fühlt sich heute vieles schwerer an?

Die Antwort liegt meist nicht in einem einzelnen Ereignis.

Überforderung entsteht nur selten von heute auf morgen.

Sie entwickelt sich schleichend.

Vielleicht hast du zunächst einfach etwas mehr gearbeitet. Dann kam ein neues Projekt hinzu. Ein Kollege fiel aus. Zu Hause gab es Veränderungen. Angehörige brauchten Unterstützung. Die Kinder hatten mehr Termine. Gleichzeitig wolltest du allen gerecht werden.

Und weil du zuverlässig bist, hast du weitergemacht.

Du hast organisiert.

Geplant.

Gelöst.

Funktioniert.

Genau das tun viele Menschen, die später in meinen Coachings sitzen.

Nicht, weil sie schwach wären.

Sondern weil sie lange Zeit stark gewesen sind.

Das Problem ist nur:

Jeder Mensch verfügt über begrenzte körperliche, emotionale und mentale Ressourcen.

Wenn wir dauerhaft mehr Energie verbrauchen, als wir wieder auftanken können, entsteht ein Ungleichgewicht.

Anfangs fällt das kaum auf.

Doch mit der Zeit wird aus einer anstrengenden Phase ein dauerhafter Zustand.

Und genau dann beginnt unser Körper, sich bemerkbar zu machen.


Was bedeutet Überforderung eigentlich?

Viele Menschen setzen Überforderung mit Stress gleich.

Das ist verständlich.

Tatsächlich gibt es jedoch einen wichtigen Unterschied.


Stress gehört zum Leben

Stress ist zunächst nichts Negatives.

Ganz im Gegenteil.

Er hilft dir dabei, aufmerksam zu sein, Herausforderungen zu bewältigen und in schwierigen Situationen handlungsfähig zu bleiben.

Vor einer wichtigen Präsentation.

Bei einer Prüfung.

Oder wenn du blitzschnell reagieren musst.

In solchen Momenten sorgt dein Körper dafür, dass du leistungsfähig bist.

Das ist sinnvoll.

Und sogar lebenswichtig.

Problematisch wird Stress erst dann, wenn dein Körper keine Gelegenheit mehr bekommt, wieder in den Ruhemodus zurückzukehren.


Überforderung entsteht, wenn deine Ressourcen nicht mehr ausreichen

Überforderung bedeutet nicht, dass du zu viele Aufgaben hast.

Sie entsteht vielmehr dann, wenn deine vorhandenen Kraftquellen nicht mehr ausreichen, um die Anforderungen deines Alltags dauerhaft zu bewältigen.

Zu diesen Kraftquellen gehören beispielsweise:

  • ausreichend Schlaf
  • Erholung
  • Bewegung
  • soziale Unterstützung
  • Zeit für dich selbst
  • das Gefühl, Einfluss auf dein Leben zu haben
  • emotionale Stabilität

Sinken diese Ressourcen über Wochen oder Monate, fühlt sich irgendwann selbst eine eigentlich überschaubare Aufgabe überwältigend an.

Deshalb höre ich oft: "Früher hätte ich das problemlos geschafft."

Und genau das stimmt häufig sogar.

Nicht weil sie sich verändert haben.

Sondern weil sich ihre Energiebilanz verändert hat.


Dein Gehirn versucht nicht, dich zu ärgern – es möchte dich schützen

Eine Erkenntnis ist für viele meiner Klient:innen besonders entlastend:

Dein Gehirn arbeitet nicht gegen dich.

Es versucht lediglich, dich zu schützen.

Seine wichtigste Aufgabe ist nicht, dich glücklich zu machen.

Seine wichtigste Aufgabe ist dein Überleben.

Deshalb reagiert dein Nervensystem besonders empfindlich auf Dinge wie:

  • Zeitdruck
  • Unsicherheit
  • Konflikte
  • Kontrollverlust
  • ständige Unterbrechungen
  • hohe Verantwortung

Um dich leistungsfähig zu halten, schüttet dein Körper Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol aus.

Kurzfristig ist das hilfreich.

Bleibt dieser Zustand jedoch über längere Zeit bestehen, verändert sich dein Denken.

Vielleicht kennst du das bereits.

Du kannst dich schlechter konzentrieren.

Du vergisst häufiger Dinge.

Du wirst schneller gereizt.

Du grübelst immer wieder über dieselben Themen.

Und obwohl du müde bist, findest du keine echte Erholung.

Viele Menschen halten das für persönliches Versagen.

Tatsächlich handelt es sich um eine völlig normale Reaktion eines Nervensystems, das über längere Zeit unter hoher Belastung steht.

Allein dieses Wissen verändert oft den Blick auf die eigene Situation.

Aus Selbstkritik entsteht Verständnis.

Und genau dort beginnt Veränderung.


Warum gerade leistungsbereite Menschen besonders gefährdet sind


Vielleicht gehörst du zu den Menschen, auf die sich andere verlassen können.

Du übernimmst Verantwortung.

Du möchtest gute Arbeit leisten.

Du bist hilfsbereit.

Du hältst Zusagen ein.

Und du hast hohe Ansprüche an dich selbst.

Das sind wunderbare Eigenschaften.

Sie können jedoch auch dazu führen, dass du deine eigenen Bedürfnisse immer weiter nach hinten verschiebst.

Vielleicht fällt es dir schwer, Nein zu sagen.

Vielleicht möchtest du niemanden enttäuschen.

Vielleicht glaubst du, erst dann genug zu sein, wenn alles erledigt ist.

Viele meiner Klienten erkennen an dieser Stelle, dass ihre größte Stärke gleichzeitig ihre größte Herausforderung geworden ist.

Nicht, weil Verantwortung etwas Schlechtes wäre.

Sondern weil sie vergessen haben, dass auch sie selbst Fürsorge brauchen.

Denn du kannst auf Dauer nur für andere da sein, wenn du auch gut für dich selbst sorgst.

Und genau darum geht es im weiteren Verlauf dieses Artikels.

Im nächsten Abschnitt schauen wir gemeinsam auf die Warnsignale, die viele Menschen zunächst übersehen – obwohl ihr Körper sie oft schon lange sendet.


Die leisen Warnzeichen, die viele zu spät bemerken

Überforderung kommt selten mit einem lauten Knall.

Sie schleicht sich in dein Leben.

Oft so langsam, dass du dich Stück für Stück an den Zustand gewöhnst. Was früher ungewöhnlich gewesen wäre, fühlt sich plötzlich normal an. Du schläfst schlechter, bist schneller gereizt oder vergisst häufiger Dinge. Du erklärst dir das mit einer stressigen Phase und machst weiter.

Genau darin liegt die Herausforderung.

Unser Körper versucht lange Zeit, Belastungen auszugleichen. Er passt sich an, mobilisiert zusätzliche Energie und hält dich leistungsfähig. Doch je länger dieser Zustand anhält, desto deutlicher werden die Signale.

Die gute Nachricht ist: Wenn du diese Warnzeichen früh erkennst, kannst du gegensteuern – bevor aus einer vorübergehenden Überforderung eine tiefe Erschöpfung wird.

Du kannst kaum noch abschalten

Vielleicht kennst du das.

Der Arbeitstag ist vorbei. Eigentlich könntest du entspannen. Doch dein Kopf arbeitet weiter.

Du gehst Gespräche noch einmal durch.

Denkst an offene Aufgaben.

Planst gedanklich schon den nächsten Tag.

Oder fragst dich, ob du heute genug geschafft hast.

Selbst wenn du körperlich zur Ruhe kommst, bleibt dein Inneres angespannt.

Viele Menschen glauben, sie könnten einfach nicht entspannen.

Tatsächlich ist häufig das Gegenteil der Fall.

Dein Nervensystem hat sich über einen längeren Zeitraum daran gewöhnt, ständig aufmerksam zu sein. Es befindet sich im Dauerbetrieb und findet nur noch schwer zurück in den Ruhemodus.

Dein Gedankenkarussell dreht sich ununterbrochen

Aus einem Gedanken werden zwei.

Aus zwei Gedanken werden zehn.

Vielleicht liegst du nachts wach und führst Gespräche in deinem Kopf, die längst vorbei sind. Oder du spielst Situationen immer wieder durch und suchst nach der perfekten Lösung.

Grübeln fühlt sich oft so an, als würdest du aktiv an einem Problem arbeiten.

In Wirklichkeit kostet es jedoch unglaublich viel Energie.

Der Unterschied ist wichtig:

Nachdenken bringt dich voran.

Grübeln hält dich fest.

Es kreist immer wieder um dieselben Fragen, ohne zu einer Lösung zu führen.

Genau deshalb widme ich dem Thema Grübeln auf meiner Website einen eigenen Artikel. Denn viele Menschen unterschätzen, wie stark es ihre Erschöpfung verstärken kann.

Kleinigkeiten bringen dich plötzlich aus der Ruhe

Früher hast du gelassen reagiert.

Heute reicht manchmal schon eine kleine Unterbrechung.

Eine E-Mail.

Ein klingelndes Telefon.

Ein Kind, das etwas fragt.

Oder ein Kollege, der spontan Unterstützung braucht.

Du merkst vielleicht, dass du schneller genervt bist oder gereizter reagierst, als du es eigentlich möchtest.

Im Nachhinein tut dir das möglicherweise sogar leid.

Doch in diesem Moment fehlt dir schlicht die innere Kapazität, ruhig zu bleiben.

Nicht, weil du ein ungeduldiger Mensch bist.

Sondern weil deine Belastungsgrenze bereits erreicht ist.


Du vergisst Dinge, die früher selbstverständlich waren

Vielleicht fällt dir plötzlich ein Name nicht mehr ein.

Du suchst häufiger nach Worten.

Du gehst in einen Raum und weißt nicht mehr, weshalb.

Oder du vergisst Termine, obwohl dir so etwas früher nie passiert ist.

Viele Menschen erschrecken darüber.

Sie fragen sich, ob mit ihnen etwas nicht stimmt.

Dabei reagiert das Gehirn unter Dauerstress genau so.

Es konzentriert sich auf das vermeintlich Wichtigste: das Überleben.

Für Gedächtnis, Kreativität und komplexes Denken bleibt dann deutlich weniger Kapazität.


Erholung fühlt sich nicht mehr wie Erholung an

Du hast endlich Wochenende.

Oder Urlaub.

Und trotzdem fühlst du dich nicht wirklich erholt.

Vielleicht brauchst du mehrere Tage, bis du überhaupt das Gefühl hast, herunterzufahren.

Manche Menschen werden im Urlaub sogar krank.

Auch das ist keine Seltenheit.

Solange du funktionierst, hält dein Körper häufig durch.

Erst wenn der Druck nachlässt, zeigt sich, wie erschöpft du tatsächlich bist.


Dinge, die dir früher Freude gemacht haben, verlieren an Bedeutung

Vielleicht hattest du früher Hobbys.

Du bist gerne spazieren gegangen.

Hast Sport gemacht.

Musik gehört.

Freunde getroffen.

Heute fehlt dir oft die Energie.

Oder die Lust.

Nicht, weil dir diese Dinge plötzlich egal geworden sind.

Sondern weil dein Akku so leer ist, dass selbst schöne Aktivitäten Kraft kosten.

Viele Menschen ziehen sich in dieser Phase immer weiter zurück.

Leider verstärkt genau das häufig die Überforderung.

Denn positive Erlebnisse sind wichtige Kraftquellen.


Du funktionierst nur noch

Dieser Satz fällt in meinen Coachings besonders häufig.

"Ich funktioniere einfach nur noch."

Viele Menschen beschreiben damit sehr treffend, wie sie ihren Alltag erleben.

Sie erledigen Aufgaben.

Organisieren.

Kümmern sich.

Arbeiten.

Doch sie erleben den Tag kaum noch bewusst.

Es fehlt die Leichtigkeit.

Die Freude.

Das Gefühl, wirklich präsent zu sein.

Wenn du dich darin wiedererkennst, bedeutet das nicht, dass du gescheitert bist.

Es bedeutet, dass dein Leben gerade mehr Energie fordert, als dir im Moment zur Verfügung steht.

Und genau das darfst du ernst nehmen.


Warum Perfektionismus und hohe Ansprüche die Belastung verstärken

Nicht jede Überforderung entsteht durch zu viele Aufgaben.

Oft entsteht sie durch den Anspruch, alles besonders gut machen zu wollen.

Vielleicht erkennst du einige dieser Gedanken:

  • „Ich muss das allein schaffen.“
  • „Ich darf keine Fehler machen.“
  • „Ich möchte niemanden enttäuschen.“
  • „Bevor ich jemanden frage, mache ich es lieber selbst.“
  • „Erst wenn alles erledigt ist, kann ich entspannen.“

Diese Sätze wirken auf den ersten Blick motivierend.

Langfristig setzen sie dich jedoch unter enormen Druck.

Denn sie lassen kaum Raum für Pausen, Fehler oder Unterstützung.


Dein innerer Antreiber meint es gut

Vielleicht fragst du dich jetzt:

"Warum denke ich überhaupt so?"

Die Antwort ist häufig überraschend.

Diese inneren Antreiber haben sich meist über viele Jahre entwickelt.

Vielleicht hast du früh gelernt, Verantwortung zu übernehmen.

Vielleicht hast du Anerkennung vor allem dann bekommen, wenn du Leistung erbracht hast.

Oder du hast erlebt, dass Verlässlichkeit besonders wichtig ist.

Diese Erfahrungen prägen uns.

Sie machen uns oft erfolgreich.

Gleichzeitig können sie dazu führen, dass wir unsere eigenen Bedürfnisse dauerhaft hinten anstellen.

Stärke bedeutet nicht, alles allein zu schaffen

Viele Menschen verbinden Stärke mit Durchhalten.

Mit Funktionieren.

Mit Selbstdisziplin.

Ich sehe das anders.

Echte Stärke zeigt sich oft darin, die eigenen Grenzen wahrzunehmen und rechtzeitig zu handeln.

Nicht erst dann, wenn nichts mehr geht.

Sondern schon dann, wenn dein Körper dir leise signalisiert:

"Ich brauche eine Pause."

Diese Signale ernst zu nehmen, ist kein Zeichen von Schwäche.

Es ist ein Ausdruck von Selbstfürsorge und Verantwortung – dir selbst gegenüber.

Nimm dir einen Moment für dich

Bevor du weiterliest, möchte ich dir drei Fragen mitgeben.

Nicht, um dich zu bewerten. Sondern um ehrlich bei dir selbst nachzuspüren.

Drei Fragen zur Selbstreflexion:

  • Wann hast du dich das letzte Mal wirklich erholt gefühlt?
  • Woran merkst du ganz persönlich, dass dir gerade alles zu viel wird?
  • Was würdest du einem guten Freund raten, wenn er sich genauso fühlen würde wie du?


Vielleicht hast du nicht sofort eine Antwort.

Das ist völlig in Ordnung.

Allein diese Fragen bewusst mitzunehmen, kann bereits etwas verändern.

Denn Veränderung beginnt selten mit einer großen Entscheidung.

Sie beginnt oft mit einem Moment ehrlicher Selbstwahrnehmung.

Im nächsten Abschnitt schauen wir gemeinsam darauf, was dir jetzt konkret helfen kann – nicht irgendwann, sondern bereits heute. Du lernst einfache Strategien kennen, mit denen du dein Nervensystem entlasten, neue Kraft schöpfen und wieder mehr Einfluss auf deinen Alltag gewinnen kannst.


Was dir jetzt wirklich hilft – erste Schritte aus der Überforderung

Vielleicht hast du dich in den bisherigen Abschnitten an vielen Stellen wiedererkannt.

Das kann im ersten Moment verunsichern. Gleichzeitig ist genau das ein wichtiger Schritt. Denn erst wenn du erkennst, was gerade in dir passiert, kannst du bewusst etwas verändern.

Vielleicht wünschst du dir jetzt eine einfache Lösung.

Sieben Tipps.

Eine Methode.

Eine Übung, die alles wieder in Ordnung bringt.

Ich möchte ehrlich mit dir sein:

So funktioniert nachhaltige Veränderung leider nicht.

Überforderung entsteht meist über Wochen, Monate oder sogar Jahre. Deshalb braucht auch der Weg zurück zu mehr Ruhe und Gelassenheit etwas Zeit. Die gute Nachricht ist jedoch: Du musst nicht dein gesamtes Leben umkrempeln. Oft sind es viele kleine Veränderungen, die zusammen einen großen Unterschied machen.

Es geht nicht darum, perfekt zu werden.

Es geht darum, wieder in Verbindung mit dir selbst zu kommen.



Der wichtigste erste Schritt: Erlaube dir, deine Situation anzuerkennen

Viele Menschen kämpfen nicht nur mit ihrer Überforderung – sie kämpfen zusätzlich gegen sie an.

Sie denken:

"Ich dürfte mich eigentlich gar nicht so fühlen."

"Andere schaffen das doch auch."

"Ich muss mich einfach mehr zusammenreißen."

Diese Gedanken erzeugen zusätzlichen Druck.

Deshalb beginnt Veränderung häufig mit einem Satz, der erstaunlich einfach klingt:

„Ja, im Moment ist es gerade viel.“

Nicht dramatisieren.

Nicht kleinreden.

Einfach anerkennen, was gerade ist.

Denn solange du gegen deine Gefühle kämpfst, verbrauchst du wertvolle Energie. Wenn du sie stattdessen wahrnimmst und ernst nimmst, entsteht Raum für neue Entscheidungen.

Selbstmitgefühl ist dabei kein Zeichen von Schwäche.

Es ist die Grundlage jeder nachhaltigen Veränderung.



Raus aus dem Autopilot – zurück ins Hier und Jetzt

Überforderung sorgt häufig dafür, dass wir nur noch funktionieren.

Wir denken an das Morgen, analysieren das Gestern und verlieren dabei den Blick für den gegenwärtigen Moment.

Vielleicht kennst du das.

Du isst und bemerkst kaum, wie dein Essen schmeckt.

Du fährst nach Hause und kannst dich kaum an den Weg erinnern.

Du verbringst Zeit mit Menschen und bist gedanklich längst bei der nächsten Aufgabe.

Je stärker dein Alltag vom Autopiloten bestimmt wird, desto schwieriger wird es, neue Kraft zu schöpfen.

Deshalb ist Achtsamkeit weit mehr als ein Modebegriff.

Sie hilft deinem Nervensystem dabei, aus dem permanenten Alarmzustand auszusteigen.



Übung: Die 60-Sekunden-Pause

Diese Übung kannst du überall durchführen – im Büro, zu Hause oder sogar vor einem wichtigen Gespräch.

Nimm dir bewusst eine Minute Zeit.

  • Stelle beide Füße auf den Boden.
  • Atme langsam durch die Nase ein und etwas länger durch den Mund aus.
  • Spüre den Kontakt deiner Füße mit dem Boden.
  • Nimm drei Dinge wahr, die du sehen kannst.
  • Höre auf drei Geräusche in deiner Umgebung.
  • Frage dich anschließend: „Was brauche ich gerade?“

Diese eine Minute wird deine Probleme nicht lösen.

Aber sie unterbricht den Autopiloten.

Und manchmal ist genau das der erste Schritt zurück zu mehr innerer Ruhe.



Verabschiede dich vom Anspruch, alles gleichzeitig schaffen zu müssen

Viele Menschen glauben, sie müssten nur besser organisiert sein.

Doch Organisation allein löst Überforderung selten.

Das eigentliche Problem ist häufig ein anderes:

Wir versuchen, zu viele Dinge gleichzeitig zu bewältigen.

Unser Gehirn liebt jedoch Klarheit.

Jede offene Aufgabe kostet Aufmerksamkeit.

Jede Entscheidung verbraucht Energie.

Je mehr gleichzeitig um deine Aufmerksamkeit konkurriert, desto schneller entsteht das Gefühl von Chaos.



Frage dich: Was ist heute wirklich wichtig?

Nicht alles, was dringend erscheint, ist tatsächlich wichtig.

Eine hilfreiche Frage lautet deshalb:

„Wenn ich heute Abend nur auf eine Sache stolz sein könnte – welche wäre das?“

Konzentriere dich bewusst auf diese eine Aufgabe.

Alles andere darf warten.

Diese Form der Priorisierung schenkt deinem Gehirn Orientierung und reduziert das Gefühl, von unzähligen Anforderungen gleichzeitig überrollt zu werden.



Lerne, deine Grenzen ernst zu nehmen

Vielleicht fällt dir das schwer.

Vielen Menschen geht es so.

Sie möchten niemanden enttäuschen.

Sie möchten helfen.

Sie möchten zuverlässig sein.

Doch jedes Ja zu anderen ist gleichzeitig auch ein Ja oder Nein zu dir selbst.

Wenn dein Kalender bereits voll ist und du trotzdem weitere Verpflichtungen übernimmst, bezahlst häufig du den Preis.

Nicht sofort.

Aber auf Dauer.



Ein Nein kann ein Ja zu dir selbst sein

Grenzen setzen bedeutet nicht, egoistisch zu sein.

Es bedeutet, Verantwortung für deine eigene Gesundheit zu übernehmen.

Vielleicht beginnst du mit kleinen Schritten.

Du musst nicht jede Zusatzaufgabe übernehmen.

Du musst nicht jederzeit erreichbar sein.

Du musst nicht jedem Wunsch sofort entsprechen.

Erlaube dir, einen Moment nachzudenken, bevor du zusagst.

Ein einfacher Satz kann bereits viel verändern:

"Ich möchte kurz darüber nachdenken und gebe dir später Bescheid."

So gewinnst du Zeit – und triffst bewusstere Entscheidungen.



Achte auf deine persönlichen Kraftquellen

Wenn Menschen erschöpft sind, konzentrieren sie sich häufig nur noch auf das, was Energie kostet.

Dabei gerät leicht aus dem Blick, was Kraft schenkt.

Jeder Mensch hat andere Energiequellen.

Für den einen ist es Bewegung.

Für die andere ein gutes Gespräch.

Für manche ist es Musik, Zeit in der Natur oder ein ruhiger Abend mit einem Buch.

Wichtig ist nicht, was anderen guttut.

Wichtig ist, was dir guttut.



Übung: Deine persönliche Energiebilanz

Nimm dir ein Blatt Papier und ziehe in der Mitte einen Strich.

Schreibe auf die linke Seite:

Das kostet mich Kraft.

Schreibe auf die rechte Seite:

Das gibt mir Energie.

Notiere alles, was dir einfällt.

Beruflich.

Privat.

Zwischenmenschlich.

Du wirst wahrscheinlich feststellen, dass dir viele Energieräuber sofort einfallen.

Die Kraftquellen geraten dagegen oft in Vergessenheit.

Überlege anschließend:

Welche eine Sache auf der rechten Seite kannst du in den nächsten sieben Tagen ganz bewusst einplanen?

Nicht irgendwann.

Sondern konkret.



Du musst diesen Weg nicht alleine gehen

Viele Menschen versuchen lange, ihre Überforderung allein in den Griff zu bekommen.

Sie lesen Bücher.

Hören Podcasts.

Probieren Entspannungstechniken aus.

All das kann hilfreich sein.

Manchmal reicht es jedoch nicht.

Vor allem dann nicht, wenn die Belastung schon über längere Zeit besteht.

Ein Gespräch mit einem vertrauten Menschen kann bereits entlasten.

Manchmal braucht es darüber hinaus einen neutralen Blick von außen.

Nicht, weil du versagt hast.

Sondern weil jeder Mensch blinde Flecken hat.

Im Coaching erlebe ich immer wieder, wie erleichternd es für Menschen ist, ihre Gedanken auszusprechen, Zusammenhänge zu erkennen und neue Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Veränderung entsteht selten durch noch mehr Wissen.

Sie entsteht, wenn aus Erkenntnissen konkrete Schritte werden.



Veränderung beginnt nicht mit Perfektion – sondern mit dem ersten Schritt

Vielleicht hast du beim Lesen gemerkt, dass du vieles sofort umsetzen möchtest.

Das ist verständlich.

Doch genau hier lauert eine weitere Falle.

Wenn du versuchst, ab morgen alles anders zu machen, setzt du dich erneut unter Druck.

Deshalb lade ich dich zu einem anderen Weg ein.



Eine kleine Entscheidung kann Großes verändern

Frage dich heute Abend:

„Welchen einen kleinen Schritt kann ich morgen gehen, der mir guttut?“

Vielleicht ist es ein Spaziergang in der Mittagspause.

Vielleicht schaltest du dein Handy eine Stunde früher aus.

Vielleicht sagst du einmal bewusst Nein.

Oder du vereinbarst endlich den Termin, den du schon lange vor dir herschiebst.

Es muss kein großer Schritt sein.

Entscheidend ist, dass du beginnst.

Denn jeder Weg zurück zu mehr Gelassenheit beginnt mit einer einzigen Entscheidung:

Der Entscheidung, dir selbst wieder genauso wichtig zu werden wie all den Menschen und Aufgaben, für die du jeden Tag da bist.



Aus der Coachingpraxis: Wie kleine Veränderungen große Wirkung entfalten können

In den vergangenen Abschnitten hast du erfahren, warum Überforderung entsteht und welche ersten Schritte dir helfen können.

Vielleicht fragst du dich jetzt:

„Funktioniert das wirklich auch im Alltag?“

Die Antwort lautet: Ja – allerdings nicht, weil es die eine perfekte Methode gibt. Sondern weil nachhaltige Veränderung fast immer mit kleinen, konsequenten Schritten beginnt.

Im nächsten Abschnitt nehme ich dich mit in ein anonymisiertes Beispiel aus meiner Coachingpraxis. Du erfährst, wie ein Klient den Weg aus der dauerhaften Überforderung gefunden hat, welche Hürden er überwinden musste und welche Erkenntnisse ihm geholfen haben, wieder mit mehr Ruhe, Klarheit und Selbstvertrauen durch seinen Alltag zu gehen.

von Uta Meiburg-Trautmann 1. Januar 2023
Wir kennen es vermutlich alle - das Hamsterrad. Gerade, wenn wir viele verschiedene Rollen erfüllen müssen, hohe Ansprüche an uns selbst haben oder nicht "Nein" sagen können, geraten wir schnell einmal in Situationen, die uns überfordern können. Zeitweise mehr Stress zu haben, ist okay. Wenn der Stress aber nicht nachlässt, du dich nur noch unter Druck fühlst und der Gedanke an den nächsten Tag ein beklemmendes Gefühl oder sogar Angst hervorruft, dann solltest du aufpassen. Denn ... ... ein drohendes Burnout erkennen wir oft zu spät, da die Übergänge fließend sind und wir uns in unseren eigenen Mustern bewegen. Die Signale ignorieren wir wie selbstverständlich und unterdrücken negative Gefühle. Daher ist es gut, die verschiedenen Stufen und die Warnsignale zu kennen: 🟠 Die Gefährdung beginnt oft mit einem hohen Leistungsdenken und überdurchschnittlichem Engagement. Das habe ich selbst erlebt. Ich stellte meine eigenen Bedürfnisse zurück, arbeitete ohne richtige Pause und konnte nicht mehr abschalten. Ich war ständig erreichbar und dachte ohne mich und meinen Einsatz würde der Arbeitsbereich kollabieren. Das führte zu Schlafproblemen, Unkonzentriertheit und fehlender Energie. Außerdem war ich ständig unzufrieden und hatte das Gefühl, meine Aufgaben nicht mehr zu schaffen. 🟠 Höchste Eisenbahn, nun gegenzusteuern. Anderenfalls landest du in einem totalen Erschöpfungszustand, der so aussieht: Du bist müde, reizbar und antriebslos. Deine reduzierte Leistungsfähigkeit versuchst du durch erhöhtes Arbeitsvolumen aufzufangen. Du bleibst noch länger bei der Arbeit, ignorierst dein Überstundenkonto und schaffst es kaum noch, dich mit privaten Dingen zu beschäftigen. Dein Hobby liegt auf Eis, zum Sport schaffst du es auch nicht mehr. Auch in deinem Privatleben kriselt es häufiger, da du ständig gereizt bist und Kleinigkeiten zu Streit führen. 🟠 Der Übergang zur nächsten Burnout-Phase ist wie auch schon davor fließend. Da du so beansprucht bist, ziehst du dich von sozialen Kontakten und Aktivitäten völlig zurück. Sie erscheinen dir nicht mehr wichtig. Sie belasten dich. Du brauchst Ruhe und distanzierst dich deswegen sogar von engen Bezugspersonen oder guten Freunden. Besorgte Nachfragen willst du nicht hören und schlägst Hilfen aus. Über körperliche Anzeichen deiner Erschöpfung wie Schmerzen und wiederkehrende Infekte ärgerst du dich eher anstatt dir die Ruhe zu gönnen, die du brauchst. Du bist bereits in einem Modus, der ständigen Verdrängung und fokussierst dich fast nur noch auf deine Arbeit und den Tag zu überstehen. 🟠 Dein radikaler Verdrängungsmechanismus und die fortschreitende Isolierung wird in der nächsten Stufe dazu führen, dass du dich selbst und dein Umfeld als fremd, leblos und unwirklich wahrnimmst. Oftmals fühlst du dich innerlich leer und hast diffuse Ängste. Morgens aus dem Bett zu kommen, ist zu einer Belastungsprobe geworden. Die Verantwortung für dein Privatleben und familiäre Pflichten hast du schon abgegeben. Du kannst dich kaum noch um deine Kinder, geschweige denn um deine Partnerschaft kümmern. 🟠 Extreme Stimmungsschwankungen und Gefühle der Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit sind deine täglicher Begleiter. In dieser akuten Phase hast du nichts mehr unter Kontrolle und kannst psychisch und physisch zusammenzubrechen. Für manche ist das der erste Moment, in denen ihnen klar wird, das etwas nicht stimmt. Genau deshalb finde ich es wichtig, die ersten Anzeichen und dein Burnout-Risiko zu kennen und gegenzusteuern. 🟢  Hinterfrage deine Leistungsgedanken und Perfektionismus. 🟢  Lasse Hilfe zu und sage auch mal "Nein". 🟢  Sei achtsam mit dir selbst und lerne Übungen zum Stressabbau. 🟢  Gönne dir Auszeiten und achte auf deine Gesundheit. Esse ausgewogen und achte auf eine gute Schlafhygiene. 🟢 Gehe auch deinen Glaubensmustern auf den Grund und finde heraus, wie sie dich blockieren. Wenn du allein nicht weiterkommst, zögere nicht, dir Hilfe zu suchen. Ein neutraler Blick von außen, die Identifizierung deiner persönlichen Stresslandkarte und konkrete Anleitungen bringen dich schneller voran, als monatelange Selbstversuche.
von Uta Meiburg-Trautmann 31. August 2022
Nicht immer sind die Bedingungen in unserem aktuellen Arbeitsumfeld ideal. Es gibt stressige Zeit und Zeiten, in denen es moderater zugeht. Wenn du dich aber dauerhaft überfordert fühlst, schon gesundheitliche Symptome, wie Schlafprobleme, spürst oder die Stimmung in deinem Team sich nicht mehr gut anfühlt, solltest du hinterfragen, ob du noch im richtigen Umfeld arbeitest. Denn toxische Arbeitsumgebungen führen zu Unruhe, Konkurrenzgefühlen, ständigem Stress, Selbstzweifeln, Negativität, Krankheit und sogar Mobbing. Sieben Anzeichen für einen toxischen Job 1. Schlechter Führungsstil Dein Vorgesetzter oder deine Vorgesetzte sollten in ihrer Position Menschen führen und motivieren können und gleichzeitig die unterschiedlichen Persönlichkeiten berücksichtigen. In der Realität steigen aber oft Menschen auf, die sich besonders gut durchsetzen können und weniger Rücksicht auf die Bedürfnisse ihrer Mitmenschen nehmen. Gepaart mit einem übersteigerten Selbstdarstellungsbedürfnis kann so mancher Chef oder Chefin zu einer schwierigen Leitfigur werden. Da Führungskräfte häufig nicht für ihre Aufgabe geschult werden, fehlt es hier und da auch an grundlegenden Führungsfähigkeiten und einem Verständnis für die Aufgaben und Verantwortung einer solchen Position. Ständige Kritik, unklare Anweisungen, Kontrollsucht oder Micromanagement, Überheblichkeit und Narzissmus sind die häufigsten Gründe, warum Mitarbeiter:innen das Handtuch werfen. 2. Fehlender Teamgeist Jeder, der nicht gerade als Einzelkämpfer glücklich ist, weiß, dass ein gutes Team die Basis für gute Arbeit und den Erfolg eines Unternehmens ist. In einigen Unternehmenskulturen ist Teamgeist aber zur Seltenheit geworden oder kommt gar nicht vor. Häufig liegen dem Ganzen hoher Konkurrenzdruck und mangelnde Führung zugrunde. Denn Teams kann man formen und entwickeln. Wenn diese Entwicklung auf der Strecke geblieben ist, ist fehlender Teamgeist nicht weit. Dann ist sich nur jeder selbst der nächste und du stehst allein da. Achte auf: Cliquenbildung, persönliche und projektbezogene Ausgrenzungen, eine ständig brodelnde Gerüchteküche und versteckte Kommunikation in E-Mails und auf dem Flur. 3. Miese Kommunikationskultur Gute Kommunikation ist der Schlüssel für ein gutes Miteinander und erfolgreiche Projekte. Wenn Zuständigkeiten nicht geklärt sind, du ständig Fragezeichen hast, was zu tun ist oder lange Kommunikationsschleifen zur Regel werden, dann stimmt im Kommunikationsmuster deines Unternehmens Einiges nicht. Oft zeigt sich diese Kultur auch im Schriftlichen: unfreundliche E-Mails, Vorwurfshaltung, fehlende Anrede und Schlussformel und ein missverständlicher Tonfall sind dann keine Seltenheit. Pass also auf dich auf, wenn du regelmäßig damit konfrontiert wirst und fehlende Transparenz, passiv-aggressive Kommunikationsmuster oder verwirrende Anweisungen dir das Leben schwer machen. 4. Mangelnde Work-Life-Balance Work-Life-Balance ist ein Begriff, den jeder kennt und der inzwischen immer mehr eingefordert wird. Dennoch gibt es noch genug Arbeitsverhältnisse, die es einem verdammt schwer machen, diese Balance zu finden. Sicher müssen wir hier unterscheiden zwischen Berufen, die per se mehr Arbeitsstunden aufweisen können, da sie zum Beispiel im medizinischen Bereich liegen. Wenn dein Arbeitgeber aber regelmäßig Überstunden verlangt, du zu jeder Tages- und Nachtzeit zur Verfügung stehen sollst und auch deine Hinweise auf Überlastung nicht ernst genommen werden, dann ist es Zeit, sich nach etwas anderem umzusehen. Ständige Abrufbereitschaft, kein Überstundenabbau gepaart mit dauerhafter Überlastung und fehlendem Verständnis oder Schlechtesgewissenmachen, wenn du mal ausfällst, sind klare Anzeichen für einen toxischen Job, der dich krank machen kann. 5. Hohe Fluktuation Findest du dich regelmäßig von neuen Kollegen umgeben, obwohl du die alten noch gar nicht richtig kennen gelernt hast? Hörst du immer wieder, dass deine Bürogenossen sich schon wieder nach etwas anderem umsehen, da sie unzufrieden sind? Können Stellen nicht besetzt werden, da das Personalkarussell sich ständig dreht? In solchen Strukturen zu arbeiten, ist nicht leicht und dauerhaft total unbefriedigend. Teams können sich nicht formen, geschweige denn performen. Eine hohe Fluktuation lässt auf verschiedene Baustellen in einem Unternehmen schließen. Fehlende Führungskultur, negative Grundstimmungen durch mangelnde Mitarbeitermotivation und krank machende Strukturen sind einige Hauptgründe, warum Mitarbeiter schnell die Flucht ergreifen. Überlege dir gut, ob du an diesem Arbeitsplatz gut aufgehoben bist. 6. Unmotivierte Kollegen Ein Indiz für toxische Arbeitsumgebungen können tatsächlich auch unmotivierte Teamkollegen sein. Damit ist natürlich nicht gemeint, dass einzelne underperformen. Das gibt es überall. Wenn aber ein Großteil der Belegschaft ständig unter seinen Möglichkeiten bleibt, Arbeiten nicht ausgeführt oder boykottiert werden und du am Ende diejenige bist, die alles wieder richten soll, dann stimmt etwas nicht. Erkennen kannst du die faulen Früchte oft daran, dass sie sich in keiner Weise für die Ergebnisse oder den Erfolg des Unternehmens interessieren. Sie möchten schlicht in Ruhe gelassen werden. Auch Weiterentwicklung ist ihnen ein Greul. Dass ein solches Umfeld dich am Ende selbst runterzieht, liegt auf der Hand. Willst du wirklich ein Boreout riskieren oder durch die dauerhafte Überlastung Richtung Burnout schlittern? Ein produktives Arbeitsmfeld ist viel erfüllender und wird dich glücklicher machen. Warum zögerst du? 7. Keine Entwicklungsmöglichkeiten Vielleicht hast du es schon einmal erlebt: Du bist motiviert, möchtest dich weiterentwickeln und am liebsten zu diesem besonderen Seminar gehen. Aber dann sagt dein Chef: Wieso. Nein, das brauchen wir nicht. Und wir haben sowieso kein Budget dafür. Natürlich kann es mal vorkommen, dass du den Zuschlag für deinen Lieblingskurs nicht bekommst, aber wenn du regelmäßig in deinem Bestreben beschnitten wirst, wird dich das auf Dauer demotivieren und dich auf der Stelle treten lassen. Manchmal steckt hinter den begrenzten Möglichkeiten auch einfach ein Vorgesetzter oder eine Vorgesetzte, die sich die Butter nicht vom Brot nehmen lassen möchte. Solche Führungspersönlichkeiten halten ihre Mitarbeiter gerne klein, um Kontrolle auszuüben und die eigene Position zu sichern. Auch stark hierarchische Strukturen bieten manchmal nicht die Entwicklungschancen, die du brauchst, da sie an alten Führungsmustern festhalten. Denke daran: Wenn du dich selbst weiterentwickeln möchtest und Ziele hast, dann brauchst du das passende Umfeld. In vielen Unternehmen wird Mitarbeiterentwicklung gefördert. Warum also im alten Job bleiben, der dich ausbremst?
von Uta Meiburg-Trautmann 10. Juli 2022
Dieses wunderschöne Zitat von Steve Jobs - dem Gründer von Apple - ist ein Ausschnitt aus seiner Rede am 12. Juni 2005 vor Absolventen der Stanford-University. Das ganze Video findet ihr hier . „Deine Arbeit wird einen großen Teil deines Lebens ausfüllen, und der einzige Weg, wirklich zufrieden zu sein, ist, das zu tun, was du glaubst, ist großartige Arbeit. Und der einzige Weg, großartige Arbeit zu leisten, ist, das zu lieben, was man tut. Wenn Sie es noch nicht gefunden haben, suchen Sie weiter. Gib dich nicht zufrieden. Wie bei allen Angelegenheiten des Herzens wirst du wissen, wann du sie findest.“ Wie ist es bei dir? Kennst du deine Berufung? Spätestens wenn wir die Schule beenden, beschäftigen wir uns - meist oberflächlich - mit ihr. Als Kind hatte "Was möchtest du denn einmal werden?" noch eine gewisse Leichtigkeit. Wir konnten einfach alles sein. Aber bei der Wahl der Ausbildung oder des passenden Studiums tun wir uns oft schwer. Manche treten einfach in die Fußstapfen der Eltern. Das kann nicht verkehrt sein, denken sie. Nach Jahren hinterfragen sie ihren Weg und stellen fest: Das war damals gar nicht meine eigene Entscheidung. Ich hätte eigentlich lieber etwas anderes gemacht. Unser Beruf ist nicht immer auch unsere Berufung. Wenn wir etwas tun, das uns erfüllt und glücklich macht, sind wir dem sehr nahe. Falls du unsicher bist, was dir liegt oder was du kannst, hinterfrage doch einfach mal: welche Tätigkeiten dich schon als Kind begeisterten? welche Themen haben dein Interesse geweckt? Wann bist du im richtigen Flow gewesen? Wann hast du dich erfüllt gefühlt? Wenn du langfristig unzufrieden oder durch deine Arbeit frustiert bist, ist es Zeit für Veränderung. Es sei denn, du möchtest den Großteil deiner Zeit mit etwas füllen, dass dich nicht glücklich macht. Und ja, umschwenken ist in jedem Alter möglich. Aber es erfordert Mut und Einsatz, weshalb wir gerne am Gewohnten festhalten und uns die Situation, in der wir stecken, schönreden. ▶ Die Veränderung musst du aber nicht alleine angehen. Hole dir Unterstützung durch ein Coaching und finde heraus, was dich wirklich erfüllt.
von Uta Meiburg-Trautmann 7. Juli 2022
Sei stark! Sei perfekt!​ Mach es allen recht! Beeil dich! Streng dich an! Diese inneren Antreiber sind in unterschiedlicher Ausprägung in den meisten von uns angelegt und können dir das Leben manchmal ganz schön schwer machen. Dabei gibt es häufig einen Hauptantreiber, der sich in deiner Kindheit manifestiert hat und der für dich das Steuer übernimmt. Deine inneren Stressverstärker zu erkennen und zu verstehen, warum sie auftauchen, kann dir ein großes Stück Balance zurückgeben. Lass uns nun einen genaueren Blick auf die einzelnen Stimmen werfen. "Sei stark!" 💪 "Nur die Harten kommen in den Garten." oder "Ein Indianer kennt keinen Schmerz." Wenn du diese oder ähnliche Sprüche in deiner Kindheit öfter gehört und verinnerlicht hast, könnte dein innerer Antreiber häufiger "Sei stark!" rufen. Du bemerkst diese unbewusste Haltung bei dir zum Beispiel darin, dass es dir schwer fällt, Hilfe anzunehmen und dass du deine Gefühle gerne unter Kontrolle hältst. Trotz größerer Belastungen, bleibst du taff, lächelst alles weg und zeigst wenig Emotionen. Da dein Gegenüber dich oft nicht richtig einschätzen kann, fällt kaum auf, dass du Hilfe brauchst, erschöpft bist und schon auf dem Zahnfleisch kriechst. Wenn du dich wiedererkennst, wäre ein erster Schritt, dass du dir deiner Lage bewusst wirst. Versuche dir klar zu machen, dass Hilfe anzunehmen, kein Zeichen von Schwäche ist. Deine Gefühle zu zeigen, menschlich ist und dich nahbarer macht. Deine Lebensqualität steigt, wenn du Aufgaben abgibst. Du nicht alles allein schaffen musst und trotzdem wertvoll bist. "Sei perfekt!" 💯 "Ich darf keine Fehler machen." oder "Ich muss noch besser werden." Möglicherweise spricht da der innere Antreiber "Sei perfekt!" zu dir. Durch deinen Perfektionismus bringst du einerseits brilliante Leistungen, weil du dich sehr bemühst, alles richtig zu machen und zu Höchstleistungen strebst. Dabei verlierst du dich häufig in Details und investierst viel Zeit, damit alles perfekt ist. Es kann sein, dass du in deiner Kindheit verinnerlicht hast, nur für Bestnoten oder besondere Leistungen Anerkennung zu bekommen. Das Motiv, nur mit bester Performance zu genügen, treibt dich daher jeden Tag an. Das kann dazu führen, dass du zum Überperformen neigst und damit öfter an deine persönlichen Grenzen stößt, ohne dass es dir bewusst ist. Erkenne, dass es auch ok ist, nicht immer 150 % abzuliefern. Reflektiere, in welchen Situationen du dich in Details verlierst oder dein Umfeld mit deutlich weniger zufrieden wäre. Mach dir klar, dass du dadurch eine Menge Stress vermeiden kannst und auch dein Umfeld dankbar ist, wenn du entspannter bist. Vergiss nie: Auch wenn du mal weniger ablieferst und dich unperfekt zeigst, bist du liebenswert und wertvoll. "Mach es allen recht!" ☺️ Du liebst Harmonie und du fühlst dich wohl, wenn es den Menschen um dich herum gut geht. Deshalb wird in der Psychologie im gleichen Zusammenhang auch von dem Antreiber "Sei beliebt" gesprochen. "Sei höflich, freundlich und hilfsbereit!" sind die Tugenden, die du aus deiner Kindheit mitgenommen hast. Oft hast du Zuwendung erhalten, wenn du lieb und artig warst und dich untergeordnet hast. Das Problem: Oft genug bleibst du bei deinem Wunsch, es allen recht zu machen, selbst auf der Strecke. Du nimmst Aufgaben an, obwohl du schon ausgelastet bist. Du vermeidest Konflikte, obwohl du dich behaupten müsstest. Deine Bedürfnisse stellst du gerne hinten an, da die Wünsche der Anderen dir wichtiger sind. Eine innere Stimme flüstert: „Ich werde geliebt und anerkannt, wenn ich mich anpasse und es allen recht mache“. Anzuecken, löst bei dir Panik aus. Auch dass du durch dein Harmoniestreben zulässt, dass andere deine Grenzen überschreiten, fällt dir oft nicht auf oder du ignorierst es. Dein starkes Harmoniebedürfnis und deine mangelde Selbstfürsorge können dazu führen, dass du oft gestresst bist. Mach dir klar, dass deine eigenen Bedürfnisse wichtig sind und nicht bedeuten, dass du egoistisch bist. Menschen, die ein "Nein" nicht akzeptieren, dich ausnutzen und dir schaden können. du nur für andere da sein kannst, wenn du dich auch um dich kümmerst. "Beeil dich!" 🏃🏼‍♀️ "Wer rastet, der rostet." oder "Zeit ist Geld." Wenn diese Aussagen häufiger in deinen Gedanken vorkommen, kann es sein, dass da dein innerer Antreiber "Beeil dich!" ruft. Vielleicht hast du durch ungeduldige Kommentare deiner Eltern oder Lehrer:innen die Überzeugung angenommen, zu langsam zu sein. Dadurch handelst du oft aus dem Gefühl heraus, deine Zeit effizient ausnutzen zu wollen, um möglichst schnell etwas zu erreichen. Dabei denkst du oft an andere und vergisst dabei gerne, was gut für dich ist. Auch neigst du dazu, viele Aufgaben auf einmal zu beginnen und verzettelst dich. Da du immer unter Druck bist, lässt du gerne auch mal Mahlzeiten ausfallen. Dabei merkst du oft nicht, dass deine Hektik nicht den Output bringt, den du dir durch deine Multitasking-Offensiven versprichst. Ein Leben in Hektik kann dich auf Dauer deine Gesundheit kosten. Versuche daher Folgendes: Sage dir regelmäßig "Meine Zeit gehört mir." Streiche „Mal eben“, "mal kurz" und „schnell noch“ aus deinem Wortschatz. Nimm dir bewusst die Zeit, die es braucht, um eine Sache abzuschließen und höre auf, dir zu viele Aufgaben auf einmal vorzunehmen. Lasse keine Malzeiten mehr aus. Du brauchst Energie für den Tag. Gönn dir Pausen und erlaube dir Ruhe. Ich weiß, es ist nicht einfach, mal eben seine Gewohnheiten umzustellen. Achte daher auf Situationen, die dich in Hektik versetzen oder bei dir innere Unruhe auslösen. Dann steuere bewusst dagegen. Je öfter du dies schaffst, desto eher wirst du Veränderungen merken. "Streng dich an!" 🤯​ „Ohne Fleiß keinen Preis.“ Dieser Satz ist einer deiner Leitmotive. Du trägst die innere Überzeugung in dir „Wenn du dich besonders anstrengst, kommst du besonders weit.“ Dein Wesen ist geprägt durch Pflichtbewusstsein, Fleiß und Einsatz. Spätestens in der Schule hat sich bestätigt, was du schon als Kind verinnerlicht hast. Nämlich, dass viel Lernen auch zu guten Noten führt. Die Tugenden Fleiß und Ausdauer sind wertvoll und haben dich schon weit gebracht. Doch wenn du über diese Eigenschaften deinen Selbstwert definierst, kann das auch schnell in Stress ausarten. Deine Haltung kann dich dazu verleiten, dass du regelmäßig am Limit deiner Kraftreserven bist. Insbesondere, wenn etwas nicht so läuft wie du es dir vorgestellt hast. Dann gibst du noch mehr Gas, um den vermeintlichen Misserfolg zu kompensieren. Dadurch wirkst du manchmal, als arbeitest du dich verbissen an etwas ab. Hilfe, die dir angeboten wird, wertest du als Beleg deiner Unfähigkeit, du fühlst dich unwohl und strengst dich noch mehr an. Wenn du dich wiedererkennst und dir mehr Gelassenheit wünscht, versuche Folgendes: Achte auf körperliche Zeichen deiner Angespanntheit, wie eine gerunzelte Stirn, geballte Fäuste oder eine gepresste Stimme. Stehe auf, bewege dich und entspanne dich durch tiefes Ein- und Ausatmen. Reflektiere, dass du gerade mal wieder deinem „Streng dich an“-Abtreiber gehorchst. Mache dir klar, dass du dir Hilfe holen darfst und dies kein Eingeständnis deiner Unfähigkeit ist. Viele Themen lassen sich durch den Austausch mit Anderen viel effizienter lösen. Honoriere auch Erfolge, die dir leichtgefallen sind und denke nicht, dass nur schwer Erarbeitetes dein Lob verdient. Das gilt übrigens auch für die Bewertung der Leistung deiner Mitmenschen. Gönne dir eine Auszeit und Ruhe, wenn du dich wieder an etwas abarbeitest. Häufig bringt dich genau das deiner Lösung näher. Versuche zu verinnerlichen, dass du auch wertvoll bist, wenn du nicht rund um die Uhr rotierst und eine Sache nach der anderen erledigst.