Burnout - Wenn du ausbrennst ohne es zu merken
Burnout - Erkenne die Warnsignale
Wir kennen es vermutlich alle - das Hamsterrad. Gerade, wenn wir viele verschiedene Rollen erfüllen müssen, hohe Ansprüche an uns selbst haben oder nicht "Nein" sagen können, geraten wir schnell einmal in Situationen, die uns überfordern können.
Zeitweise mehr Stress zu haben, ist okay. Wenn der Stress aber nicht nachlässt, du dich nur noch unter Druck fühlst und der Gedanke an den nächsten Tag ein beklemmendes Gefühl oder sogar Angst hervorruft, dann solltest du aufpassen. Denn ...
... ein drohendes Burnout erkennen wir oft zu spät, da die Übergänge fließend sind und wir uns in unseren eigenen Mustern bewegen. Die Signale ignorieren wir wie selbstverständlich und unterdrücken negative Gefühle.
Daher ist es gut, die verschiedenen Stufen und die Warnsignale zu kennen:
🟠 Die Gefährdung beginnt oft mit einem hohen Leistungsdenken und überdurchschnittlichem Engagement. Das habe ich selbst erlebt. Ich stellte meine eigenen Bedürfnisse zurück, arbeitete ohne richtige Pause und konnte nicht mehr abschalten. Ich war ständig erreichbar und dachte ohne mich und meinen Einsatz würde der Arbeitsbereich kollabieren. Das führte zu Schlafproblemen, Unkonzentriertheit und fehlender Energie. Außerdem war ich ständig unzufrieden und hatte das Gefühl, meine Aufgaben nicht mehr zu schaffen.
🟠 Höchste Eisenbahn, nun gegenzusteuern. Anderenfalls landest du in einem totalen Erschöpfungszustand, der so aussieht: Du bist müde, reizbar und antriebslos. Deine reduzierte Leistungsfähigkeit versuchst du durch erhöhtes Arbeitsvolumen aufzufangen. Du bleibst noch länger bei der Arbeit, ignorierst dein Überstundenkonto und schaffst es kaum noch, dich mit privaten Dingen zu beschäftigen. Dein Hobby liegt auf Eis, zum Sport schaffst du es auch nicht mehr. Auch in deinem Privatleben kriselt es häufiger, da du ständig gereizt bist und Kleinigkeiten zu Streit führen.
🟠 Der Übergang zur nächsten Burnout-Phase ist wie auch schon davor fließend. Da du so beansprucht bist, ziehst du dich von sozialen Kontakten und Aktivitäten völlig zurück. Sie erscheinen dir nicht mehr wichtig. Sie belasten dich. Du brauchst Ruhe und distanzierst dich deswegen sogar von engen Bezugspersonen oder guten Freunden. Besorgte Nachfragen willst du nicht hören und schlägst Hilfen aus. Über körperliche Anzeichen deiner Erschöpfung wie Schmerzen und wiederkehrende Infekte ärgerst du dich eher anstatt dir die Ruhe zu gönnen, die du brauchst. Du bist bereits in einem Modus, der ständigen Verdrängung und fokussierst dich fast nur noch auf deine Arbeit und den Tag zu überstehen.
🟠 Dein radikaler Verdrängungsmechanismus und die fortschreitende Isolierung wird in der nächsten Stufe dazu führen, dass du dich selbst und dein Umfeld als fremd, leblos und unwirklich wahrnimmst. Oftmals fühlst du dich innerlich leer und hast diffuse Ängste. Morgens aus dem Bett zu kommen, ist zu einer Belastungsprobe geworden. Die Verantwortung für dein Privatleben und familiäre Pflichten hast du schon abgegeben. Du kannst dich kaum noch um deine Kinder, geschweige denn um deine Partnerschaft kümmern.
🟠 Extreme Stimmungsschwankungen und Gefühle der Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit sind deine täglicher Begleiter. In dieser akuten Phase hast du nichts mehr unter Kontrolle und kannst psychisch und physisch zusammenzubrechen. Für manche ist das der erste Moment, in denen ihnen klar wird, das etwas nicht stimmt.
Genau deshalb finde ich es wichtig, die ersten Anzeichen und dein Burnout-Risiko zu kennen und gegenzusteuern.
🟢 Hinterfrage deine Leistungsgedanken und Perfektionismus.
🟢 Lasse Hilfe zu und sage auch mal "Nein".
🟢 Sei achtsam mit dir selbst und lerne Übungen zum Stressabbau.
🟢 Gönne dir Auszeiten und achte auf deine Gesundheit. Esse ausgewogen und achte auf eine gute Schlafhygiene.
🟢 Gehe auch deinen Glaubensmustern auf den Grund und finde heraus, wie sie dich blockieren.
Wenn du allein nicht weiterkommst, zögere nicht, dir Hilfe zu suchen. Ein neutraler Blick von außen, die Identifizierung deiner persönlichen Stresslandkarte und konkrete Anleitungen bringen dich schneller voran, als monatelange Selbstversuche.



